Mittwoch, 26. April 2017

Es war einmal Aleppo, Jennifer Benkau

Hallo Ihr Lieben,

heute hab ich für euch wieder eine Rezi und zwar zu "Es war einmal Aleppo" von der lieben Jennifer Benkau, die definitv zu meinen LieblingsautorInnen gehört. Ich wollte das Buch schon ewig lesen und da ich es jetzt verschenkt habe (an meine Oma) kam ich nicht umhin, es vorher zu lesen.





Hier der Klappentext:
Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?
Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Erstmal muss ich sagen, dass mir das Cover im Vorhinein nicht ganz so gut gefallen hat - bzw. ich hab es glaub ich einfach nicht richtig verstanden. Denn jetzt nach dem Lesen finde ich es mehr als passend. Der Schmetterling hat mich zuerst ziemlich irritiert, aber jetzt nachdem ich den Zusammenhang mit der Geschichte kenne, finde ich ihn toll. Auch der Stacheldraht gefällt mir.

Ich muss dazusagen, dass ich dieses Buch schon mal nach blindem Vertrauen gekauft habe, weil ich Jennifer Benkau total vertraue und man von Anfang an gemerkt hat, wie sehr ihr diese Thematik am Herzen liegt. In diesem Buch geht es um Flüchtlinge. Aber auch um viel mehr. Es geht um Freundschaft, um Verständnis, um Neid, Hass, Rassismus, aber auch Liebe. Toll fand ich es, dass Jennifer hier nicht einfach irgendetwas erfindet - nein sie hat viel ehrenamtlich in ihrem Heimatort mitgeholfen. Für das Buch ist sie dann auch noch weitere Flüchtlingsunterkünfte abgefahren und hat sich mit Flüchtlingen unterhalten, sodass hier eine Geschichte entstanden ist, die aus vielen verschiedenen Erfahrungen zusammengeflossen ist, die  alle wirklich passiert sind - die schlechten wie auch die guten Dinge.

Dabei bedient sich Jennifer wiedereinmal ihres fesselnden Schreibstils, der einen in die Geschichte reinzieht und dazu führt, dass einen das Buch nicht mehr loslässt. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Toni geschrieben. Die Kapitellänge war sehr angenehm. Was ich auch total toll fand, waren die Zitate aus Medien, Textnachrichten, usw. die man bei einigen Kapitelanfängen vorfand und sehr gut zur Geschichte passten.

Toni ist am Anfang ziemlich überfordert mit der Situation. Aber zum Glück hat sie ihre beste Freundin Fee, die sie gleich mal in die Unterkunft mitnimmt, sodass Toni sich selbst ein Bild machen kann. Schon bald bildet sie sich ihre eigene Meinung. Nur blöd, dass ihre Eltern das Heim nicht ganz so rosig betrachten wie sie. Ich fand die Entwicklung von Toni in der Geschichte sehr spannend. Am Anfang war sie noch ein Mädchen, dass eher das glaubt, was man ihr sagt. Aber bald schon steht sie auf und wird zu einer ernstzunehmenden jungen Erwachsenen, die sich plötzlich für Politik interessiert und dabei keine vorgefertige Meinung zulässt.
Das hat sie zumTeil auch Shirvan zu verdanken, den sie im Camp kennenlernt. Sie verbringen viel Zeit zusammen und der Leser erfährt mit Toni gemeinsam Stück für Stück wie es dazukam, dass Shirvan jetzt hier ist und was alles auf dem Weg nach Deutschland passiert ist. Mir haben Shirvans Erzählungen sehr gefallen, auch wenn sie einem teilweise die Tränen in die Augen treiben. Zudem lernt man auch einiges nochmals aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Für mich waren auch ein paar spannende Details dabei, die ich so vorher nicht kannte.
Dann gibt es in diesem Buch auch noch viele sehr unterschiedliche Nebencharaktere, die alle ihren Zweck erfüllen. Wir lernen noch viele andere Flüchtlinge kennen, die teilweise auch sehr unterschiedlich sind. Im Laufe der Zeit beginnt man aber ihr Verhalten zu verstehen. Dann gibt es da natürlich noch Fee und weitere Helfer im Camp, die sich alle von vorne herein sicher sind, dass den Flüchtlingen geholfen werden muss. Als Leser wird man hierbei am Rande auch mit den bürokratischen Schwierigkeiten dieser Krise konfrontiert. Dann gibt es aber natürlich auch die Schattenseite an Charakteren - die schreit "Flüchtlinge raus". Am Anfang ist Tonis gesamte Familie nicht begeistert von der Situation. Vor allem Alex, Tonis Bruder, scheint sich auf den falschen Weg zu begeben. Besteht da noch Hoffnung? - Lest selbst.


Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Es ist definitv eine sehr vielfältige Geschichte. Es gibt sehr viele sehr traurige Szenen - v.a. wenn man etwas über die Vergangenheit der Flüchtlinge erfährt. Generell ist das Buch eine emotionale Achterbahnfahrt. Aber zum Glück gibt der Schluss auch Hoffnung. Diese kann man auch mitnehmen in den Alltag und hoffen, dass diese Menschen, die schreckliches erlebt haben und einfach fliehen mussten, hier bei uns im reichen Europa ein neues Zuhause finden und dafür eines Tages nicht mehr angegriffen werden.


Fazit:
Sehr emotionale Geschichte, die jeder lesen sollte - von mir klare 5 von 5 Sternen ;)

Autorin:  Jennifer Benkau 
Verlag: ink rebels
Sprache: Deutsch
Veröffentlichung: 10. Dezember 2016
ISBN-10:  395869277X
ISBN-13: 978-3958692770
Seiten: 510

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